Entstehung der Herrnhuter Brüdergemeine

 

 

Der junge Reichsgraf Nikolaus von Zinzendorf wuchs mit einer starken pietistischen Prägung durch seine Großmutter und die Schulzeit in den Anstalten August Hermann Frankes in Halle auf. Sein Wunsch war es, dem Heiland zu dienen und das Leben diesem Glauben anzupassen. Als sich Glaubensflüchtlinge der Böhmischen Brüder (Unitas Fratrum) auf seinem Gut bei Bertelsdorf in der Lausitz ansiedelten, wurde 1722 der Ort Herrnhut gegründet und von den Siedlern erbaut. Der erste Baum ist dafür am 17. Juni gefällt worden und gilt als Gründungsdatum. Durch die Erfahrung eines geistlichen Zusammenfügens der lutherischen Deutschen mit den brüderischen Böhmen und Mären in einem Abendmahl am 13. August 1727 bildete sich eine „Gemeine“ die zusammen geistlich leben und arbeiten wollte. Diese geistliche Lebensgemeinschaft war für viele so attraktiv, dass sich mehr und mehr Siedler fanden und sogar „begeistert“ in die Weltmission aufbrachen. Der Ort wuchs und bald wurden noch weitere Siedlungen in ganz Europa, ja sogar in Übersee nach seinem Vorbild gegründet. Kleinwelka, Niesky und Neudietendorf, Ebersdorf, Gnadau und Königsfeld sind bis heute Ortsgemeinden, welche einen typischen brüderischen Saal und die darum angelegte Siedlungsstruktur der Herrnhuter Brüdergemeine aufweisen. Aber auch in den Niederlanden (Zeist), Dänemark (Christiansfeld), Großbritannien (Gracehill)  und Pesylvania/USA (Bethlehem) sind Zeugen der brüderischen Siedlungstradition zu finden. 

Zum 300 jährigen Bestehen von Herrhut, dem Gründungsort und Namensgeber der erneuerten evangelischen Brüderunität, wird in diesem Jahr groß gefeiert und es wurde eine Bewerbung als Unesco-Weltkulturerbe für diese Siedlungen eingereicht. 

Mehr Informationen unter: https://www.300jahreherrnhut.de