Das Symbol des auferstandenen Gotteslammes

Das gemeinsame Zeichen der weltweiten Brüderunität ist das Lamm mit der Siegesfahne und dem umlaufenden lateinischen Spruch „VICIT AGNUS NOSTER EUM SEQUAMUR“. Die Verbindung dieser beiden Elemente findet sich bereits im 17. Jahrhundert bei einem Siegel der böhmischen Brüder, also der alten Brüderunität – Unitas Fratrum. Die erneuerte weltweite Brüderunität hat auf ihrer Unitätssynode 2016 in Jamaika diese Worte zu ihrem Leitspruch bestimmt. Sie bedeuten übersetzt: Unser Lamm hat gesiegt; lasst uns ihm nachfolgen!
Da auf Schmuck in den Sälen der Herrnhuter Brüdergemeine weitestgehend verzichtet wird, findet sich das christozentrische Symbol des Lammes Gottes daher öfter als das Kreuz, z.B. als Wandschmuck oder Parament. Die Besonderheit des Lammes in der europäisch festländischen Provinz, zu der Deutschland zählt, ist, dass sich das Lamm mit dem Kopf nach hinten umschaut. Man könnte dies als Rückwärtsgewandtheit deuten, da die Wahrung der Tradition aus der Geschichte der Provinz einen hohen Stellenwert einnimmt, möchte aber eher so verstanden werden, dass sich der Herr nach uns umschaut, die wir ihm nachfolgen, da er sich um uns sorgt und möchte, dass keins der Seinen verloren geht. In diesem Sinne ist das Lamm gleichzeitig der Hirte, der vorausgeht und den Weg zum Leben weist. Der Sieg, welcher durch die Siegesfahne repräsentiert wird, meint natürlich den Sieg über den Tod, welchen Christus, das Sühneopferlamm, mit der Auferstehung zu Ostern überwunden hat. Er hat für uns gesiegt, so dass auch wir Christen damit den ewigen Tod überwunden haben, wenn wir uns zu ihm halten und in der Christusnachfolge, wie Jünger, seinem Beispiel in unserem Leben folgen. Die Zusage des erworbenen Heils, wird mit der Aufforderung verbunden, an unserem Herrn dranzubleiben und unser Leben aus dieser Freudenbotschaft zu leben.
 Andreas Albrecht 2022